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Pflichtmodule

In den ersten vier Fachsemestern vermitteln Pflichtveranstaltungen die notwendigen naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Grundlagen. Das Spektrum der Lehrinhalte bündelt naturwissenschaftliche, technische, ökonomische und sozialwissenschaftliche Disziplinen, um die komplexen Fragen zur nachhaltigen Bereitstellung der Ökosystemleistungen des Waldes zu beantworten. Ziel ist es, den Studierenden auf wissenschaftlicher Basis umfassende Kenntnisse über Waldökosysteme sowie die Bewirtschaftung von Wäldern und Waldlandschaften nahe zu bringen.

1. Semester (Winter)

Biosphäre

Inhalte

Basiswissen Biologie: Zoologie und Botanik

  • Biologische Grundlagen (Biedermann)
    • Zelle, Stoffwechsel, Organsysteme
    • Fortpflanzung, Biologische Fitness
    • Trophische Ebenen, Food webs, Ökosystemfunktionen (Klein)
  • Evolutionsbiologie (Biedermann)
    • Arten der Selektion
    • Anpassungen
    • Polymorphismus, Plastizität
  • Tierverhalten (Storch/Segelbacher)
    • Orientierung, Migration
    • Konditionierung, Lernen
    • Partnerwahl
    • Verhaltensökologie
    • Brutfürsorge (Biedermann)
  • Pflanzenphysiologie (Werner)
    • Zelluläre Atmung von Pflanzen
    • Photosynthese
  • Stoffaufnahme und Stofftransport bei Pflanzen (Werner)
    • Kurz- und Langstreckentransport
    • Stofftransport von der Wurzel in den Spross
    • Stofftransport im Phloem


Basiswissen Ökologie: abiotische und biotische Interaktionen

  • Reaktionen von Pflanzen auf äußere und innere Signale – Stress (Werner)
  • Tierökologie (Storch/Segelbacher)
    • Ressourcen Limitierung
    • Ökologische Nische: Optimierung, Toleranz,
    • Umweltansprüche von Tieren (T, Feuchte, pH, Nahrung, etc.)
    • Homöostase (Thermoregulation, Osmoregulation, etc.)
    • Saisonalität
  • Organismische Wechselwirkungen (Biedermann)
    • Antagonismus, Parasitismus, Mutualismus
    • Kommunikation: visuell, chemisch, akustisch; Sinnesorgane
    • Mimikry
  • Makroökologie (Klein)
    • Ebenen der Biodiversität (Gene, Arten, Landschaften)
    • Biodiversität und Ökosystemfunktionen ("functional diversity")
    • Ökosystemdienstleistungen für den Menschen und im Naturschutz
  • Biome der Erde (Hauck)
    • Klimazonen und ihre Vegetation
    • Globaler Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Vegetation 

Qualifikations- und Lernziele

  • Verständnis evolutionärer Prozesse bei Mikroorganismen, Tieren und Pflanzen
  • Kenntnis der basalen Grundlagen der Biologie und Ökologie
  • Kenntnis der Zusammenhänge zwischen den Teilbereichen
  • Grundlegendes Verständnis ökologischer Interaktionen

 

Atmosphäre und Hydrosphäre

Inhalte

Teil Atmosphäre:

  • Aufbau und Zusammensetzung der Atmosphäre
  • Energie im Klimasystem
  • Solare und terrestrische Strahlung, Strahlungs- und Energiebilanz der Erde
  • Wasserdampf, Kondensation, Wolken, Niederschlag
  • Druck- und Temperaturverteilung, Schichtungszustände der Atmosphäre
  • Wind, Allgemeine Zirkulation und Wettersysteme
  • Grundlagen des globalen Klimawandels


Teil Hydrosphäre:

  • Wasserkreislauf und Wasserbilanz
  • Globale Verteilung von Wasserressourcen
  • Abfluss in Fließgewässern und Abflussbildung
  • Grundwasser
  • Hydrologische Extreme
  • Wasserqualität
  • Wasserkonflikte und nachhaltige Wasserbewirtschaftung

Qualifikations- und Lernziele

  • Die Studierenden können grundlegende Zustände und Prozesse der Atmosphäre und der Hydrosphäre beschreiben und verstehen.
  • Die Studierenden kennen wichtige physikalische Grundgesetze (Strahlungsgesetze, Gasgleichung, Massenerhaltung) und können diese auf die Atmosphäre und Hydrosphäre anwenden.
  • Die Studierenden können die Energie- und Wasserbilanz für verschiedene Systeme und Zeiten aufstellen und berechnen.
  • Die Studierenden können erklären, wie die Atmosphäre geschichtet ist, warum Winde entstehen, wie sich Wettersysteme entwickeln und wie Niederschlag entsteht.
  • Die Studierenden können die Allgemeine Zirkulation der Atmosphäre und der Ozeane auf globaler Ebene wiedergeben und damit Klimazonen, regionale Klimaeffekte und die verfügbaren Wasserressourcen erklären.
  • Die Studierenden können erklären, wie wir Menschen die Zusammensetzung der Atmosphäre und die Landnutzung verändert haben und wie wir damit einen globalen Klimawandel verursachen, welcher weitreichende Auswirkungen hat.
  • Die Studierenden haben Grundkenntnisse über Grundwasser, über Abflussbildung und Abflussvariabilität in Raum und Zeit sowie über Ursache und Auswirkung von hydrologischen Extremen.
  • Die Studierenden verstehen einige zentrale Wechselwirkungen zwischen Wasser, Energie, Nahrungsmittelproduktion und Klima und haben verinnerlicht, dass neben der Wassermenge auch immer dessen Qualität zu berücksichtigen ist.
  • Die Studierenden realisieren anhand von globalen Brennpunkten das Prinzip einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung und des Klimaschutzes.

Pedosphäre und Lithosphäre

Inhalte

In diesem Modul vermitteln wir grundlegendes Wissen über die Entstehung, Eigenschaften und Prozesse, die in Böden ablaufen. Wissen über die Lithosphäre wird im Hinblick auf die Bodenentwicklung vermittelt.Grundlagen zu diesen Punkten bilden die Voraussetzung dafür, die Funktionen, die Böden wahrnehmen sowie deren Gefährdung bewerten zu können. Dies geschieht mit den Instrumentarien der Geologie und Mineralogie (Ausgangsmaterialien von Böden) der Chemie (Böden als offene chemische Reaktionsgefäße) der Physik (Böden als poröse Matrix für Transportprozesse) und der Biologie (Böden als Lebensraum). Erfahrungsgemäß ist es notwendig diese disziplinären Werkzeuge (Bodenchemie, Bodenphysik, Geologie, Bodenbiologie) ausgehend von elementaren Zusammenhängen zu entwickeln. Dabei liegt der Hauptfokus auf den Regelkreisen und -prozessen, die für das „Funktionieren" der Böden in Ökosystemen, globalen Stoffkreisläufen und bei der Pflanzenproduktion wichtig sind.
Mit Hilfe dieser Grundlagen werden Morphologie, Prozesse und Funktionen der Böden Mitteleuropas und der Welt behandelt. Ebenso werden die Grundlagen der Bodengenese und Bodenklassifikation behandelt. Böden werden als integrierte Teilkompartimente von Ökosystemen aufgefasst. Wir werden auch Einblicke in die globalen Bodenschutzprobleme vermitteln, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den internationalen Bodenschutzdiskurs und an die Grundlagen für nachhaltiges Management und den vorsorgenden Schutz von Böden heranzuführen.

Qualifikations- und Lernziele

Da Boden den Überscheidungsraum von Lithosphäre, Atmosphäre, Hydrosphäre und Biosphäre darstellt, sind die Bodenwissenschaften eine „Schnittstellen"-Disziplin. Demzufolge legen wir vor allem auf den Erwerb von Schnittstellenkompetenz Wert und wollen die Studierenden in die Lage versetzen

  • mit „sattelfestem" Grundlagenwissen Bodenmerkmale zu erkennen und interpretieren zu können
  • Prozesse, die in Böden ablaufen, zu verstehen und menschlichen Einfluss auf Böden bewerten zu können
  • Fähigkeit zur Analyse ökologischer Wechselwirkungen und deren Relevanz für das Funktionieren von Böden in terrestrischen Ökosystemen

Mit der Faszination an Böden wollen wir neben den naturwissenschaftlichen Aspekten auch die Sensibilität und Verantwortlichkeit für eine ethisch motivierte Gesunderhaltung der „Haut der Erde" wecken.  

Waldmesslehre und Waldwachstum

Inhalte

Grundlage für ein funktionales Verständnis der Strukturen und Prozesse in Wäldern und für die Steuerung der forstlichen Produktion und Nutzung sind Informationen über den Zustand und die Entwicklungspotenziale der Bäume und Waldbestände.
Zu Beginn der Lehreinheit werden daher Methoden und Techniken für die Messung von Bäumen und Beständen sowie Methoden der Wachstums- und Zuwachsbestimmung vermittelt, die auch die Grundlage für Bestandesinventuren bilden.
Basierend auf den Gesetzmäßigkeiten des Höhen-, Kronen-, Schaft- und Wurzelwachstums von Bäumen werden ökologische und ertragskundliche Kenntnisse über das Wachstum von Bäumen und Waldbeständen sowie über den Einfluss von Umweltfaktoren, insbesondere von Standort und Konkurrenz, auf das Waldwachstum in Wirtschafts- und Naturwäldern vermittelt.
In Abhängigkeit vom Zustand und von den Bewirtschaftungszielen werden Maßnahmen und Kenngrößen zur Steuerung des Wachstums und der Entwicklung abgeleitet und im Rahmen der Vorlesungen, Exkursionen und Geländepraktika veranschaulicht. Ein besonderer Fokus wird auf die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf das Wachstum, die Produktivität sowie die Stabilität von Bäumen und Beständen gelegt. Dabei werden auch die Auswirkungen unterschiedlicher Maßnahmen auf das Baumwachstum, die Kronenarchitektur, die Jahrringstruktur und somit auch auf die Holzeigenschaften behandelt.

Qualifikations- und Lernziele

Am Ende dieses Moduls sind die Studierenden mit den Grundkenntnissen der Waldmesslehre sowie den wichtigsten Aufnahme- und Auswertungsverfahren vertraut.
Sie sind in der Lage, grundlegende Zustands- und Wachstumsanalysen auf Baum- und Bestandesebene durchzuführen und zu erläutern.
Aufgrund ihres erworbenen Verständnisses der wesentlichen Wachstumsparameter sowie der Kenntnis der Methoden der Messung und Analyse des Baum- und Bestandeswachstums können sie Wachstumsabläufe in Abhängigkeit von Umwelteinflüssen, insbesondere von Standort und Konkurrenz, erkennen und quantitativ beschreiben.

Waldökologie und Waldnaturschutz

Inhalte

Das Modul gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil werden Grundlagen der Ökologie von Wildtieren erläutert. Themen sind dabei: Ökophysiologie, Habitat und Raumnutzung, Populationsdynamik, Wald und Wild sowie Räuber-Beute Beziehungen. Weiter werden anhand von Fallbeispielen die Grundlagen des Wildtiermanagements von Huftieren und Großräubern erläutert.
Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt in der Pflanzenökologie und Waldökosystemforschung. Dabei geht es um die Charakterisierung der wichtigen Waldbiome der Erde, ihre pflanzliche Biodiversität und die funktionelle Ökologie von Wäldern. Hierzu zählen u. a. der Kohlenstoff-, Nährstoff- und Wasserhaushalt von Waldökosystemen. Ein weiteres wichtiges Thema bilden der menschliche Einfluss auf die pflanzliche Biodiversität, Struktur und Funktionalität von Wäldern, etwa durch die forstliche Bewirtschaftung, den Klimawandel und Schadstoffimmissionen. Strategien und Ziele für den Naturschutz in Wäldern sollen ebenso diskutiert werden wie die ökologischen Konsequenzen von forstlichen Anpassungsstrategien an den Klimawandel.

Qualifikations- und Lernziele

Die Teilnehmer haben Grundkenntnisse der Ökologie von Wildtieren und können Einflüsse von Wildtieren auf Vegetation und Ökosystem („Wildschäden") vor dem Hintergrund ihrer Biologie und Ökologie verstehen und interpretieren. Sie kennen einige aktuelle Fragen des Wildtiermanagements und sind in der Lage Konzepte zur Problemlösung zu entwerfen.
Die Studierenden besitzen vertiefte Kenntnisse über die Ökologie der Wälder der Erde und kennen die wichtigen Waldbiome. Sie kennen räumliche Muster der Biodiversität in Wäldern und deren Ursachen. Die Studierenden entwickeln ein grundlegendes Verständnis der funktionellen Ökologie von Waldökosystemen. Sie lernen Effekte der forstlichen Bewirtschaftung und des Klimawandels auf die Biodiversität und Funktionalität von Waldökosystemen kennen.

Umweltpolitik und Umweltgeschichte

Inhalte

  • Grundlagen der Politikanalyse: Akteure, Interessen, Konflikte
  • Politikinstrumente und ihre Wirkung
  • Grundkenntnisse zu Politikfeldern im Bereich der Wald- und Umweltpolitik (Forstpolitik, Naturschutzpolitik, Klimapolitik, Bioökonomie, Wasserpolitik, Energiepolitik) mit dem Fokus auf nationale Politik und einer Einführung in die transnationale Politik
  • Konzepte der Nachhaltigkeit
  • Grundbegriffe der Umweltethik einordnen
  • Grundlagen der Umweltgeschichte

Qualifikations- und Lernziele

  • Die Studierenden haben einen Überblick über die wichtigsten Grundlagen umwelt- und waldpolitischer Prozesse in Deutschland und Baden-Württemberg
  • Die Studierenden kennen wichtige politikwissenschaftliche Grundbegriffe und können diese auf das Politikfelder Umwelt und Wald anwenden
  • Die Studierenden verstehen die Zusammenhänge zwischen Akteuren, Interessen und daraus entstehenden Konflikten und können das auf die Politikfelder Wald und Umwelt übertragen
  • Die Studierenden können die Wirkung von forst- und umweltpolitische Instrumente erklären und bewerten
  • Die Studierenden können die verschiedenen Konzepte der Nachhaltigkeit einordnen und beurteilen
  • Die Studierenden können die Grundbegriffe der Umweltethik einordnen
  • Die Studierenden haben einen Überblick über den Verlauf der Umweltgeschichte

2. Semester (Sommer)

Flora und Fauna

Inhalte

Zentraler Inhalt sind das Kennenlernen wichtiger Gruppen von Tier- und Pflanzenarten, das Erlernen von Grundkenntnissen zur Systematik, Evolution und Anatomie/Morphologie sowie insbesondere die Kenntnis und der Umgang mit Bestimmungsschlüsseln.

Im botanischen Teil des Moduls erwerben die Studierenden grundlegende Kenntnisse zur Evolution und zur Systematik des Pflanzenreiches. Ferner sollen grundlegende morphologische und anatomische Merkmale von Gehölzen und nichtholzigen Pflanzen kennengelernt werden. Am Beispiel der verbreitet genutzten "Exkursionsflora von Deutschland" (Rothmaler) soll der Umgang mit Bestimmungsschlüsseln und die Bestimmung von Pflanzenarten an ausgewählten Arten erlernt werden.

Der zoologische Teil des Moduls vermittelt die Kenntnis wichtiger ausgewählter Insektenordnungen und Familien mit ihren Merkmalen und Biologie; außerdem lernen die Studierenden wichtige Fang- und Konservierungsmethoden für Insekten kennen. Im zweiten praktischen Teil werden mit Hilfe des Bestimmungsschlüssels (Brohmer, Fauna von Deutschland), weiterer Literatur und Online-Ressourcen Insekten bestimmt. Mit einem gemeinsamen Lichtfang und eigenverantwortlich durchgeführten Exkursionen erlangen die Studierenden ein Mindestmaß an praktischen Erfahrungen. Selbstständig erstellen die Studierenden Steckbriefe von Arten, die sie selbst finden, fotografieren und bestimmen (Prüfungsleistung zool. Teil).

Das Modul legt durch Vermittlung der Artenkenntnis die Grundlagen für das Verständnis der Zusammenhänge und Prozesse von Ökosystemen. Damit ist es für naturschutz-, landnutzungs- und forstwirtschaftlich/waldbaulich-orientierte Module eine wesentliche Voraussetzung.

Qualifikations- und Lernziele

  • Die Studierenden besitzen grundlegende Kenntnisse zur Systematik und Evolution von Pflanzen- und Tiergruppen. Sie haben einen Überblick über wichtige morphologische und anatomische Merkmale, die für die Bestimmung und Systematik von Pflanzen und Tieren bedeutsam sind.
  • Die Studierenden verfügen über grundlegende Kenntnisse zum Gebrauch von Bestimmungsschlüsseln und kennen wichtige Fachbegriffe zur Morphologie und Anatomie von Pflanzen- und Tierarten, die zur Artbestimmung benötigt werden.
  • Die Studierenden werden in die Lage versetzt, im Anschluss an die Lehrveranstaltung, sich selbständig in die Bestimmung von Organismen einzuarbeiten. Sie erlernen zudem einige ausgewählte Pflanzen- und Tierarten wiederzuerkennen.

Einführung Geomatik

Inhalte

Das Modul gliedert sich in zwei verschiedene Komponente, in den Teil Grundlagen Geodaten und Karthographie sowie Verfahren der Fernerkundung zur Datenerfassung.

Es wird in den Bereich Geodaten eingeführt und wichtige Grundlagen der Kartenkunde sowie der verschiedenen Georeferenzsysteme bzw. Koordinatensysteme vermittelt. Es wird ein Überblick über die wichtigsten Karten im deutschsprachigen Raum gegeben und es werden die wichtigen Projektionssysteme vorgestellt. Darüber hinaus erfolgt eine Einführung in moderne globale Positionssysteme.

Im zweiten Teil erhalten Sie einen Überblick zu den verschiedenen Fernerkundungssystemen von terrestrisch bis satellitengetrage. Es werden die physikalischen Grundlagen besprochen und damit die Möglichkeiten und Grenzen in der Anwendung verdeutlicht. Es wird dargestellt welche Bedeutung die Fernerkundung als Informationsquelle für Planungen im Umwelt und Waldwirtschaftsbereich haben.

Zu den zu vermittelnden Kompetenzen gehören: Kenntnisse zu Daten und deren Eigenschaften mit Hilfe der Fernerkundung, raumbezogene Daten, Karten und Projektionen.

Qualifikations- und Lernziele

Die Studierenden wissen was Geodaten sind und welcher in verschiedenen Geodaten steckt. Sie haben einen Überblick über die wichtigsten globalen Projektionssysteme und wie diese sich unterscheiden. Sie können Karten lesen und Strecken oder Punkte in den wichtigen Koordinatensystemen verorten. Sie wissen um die verschiedenen Fernerkundungsdaten und können ihren Informationsgehalt für die räumliche Planung einschätzen. Sie verstehen wie man von den Daten zur Information gelangt.

Forstliche Bodenkunde und Standortslehre

Inhalte

Im Mittelpunkt unseres Moduls stehen Waldböden als Standortfaktor. Wir erklären, wie Bodeneigenschaften (Nährstoffverfügbarkeit, Wasserhaltekapazität, Gründigkeit, Skelettgehalt) die Lebensbedingungen für Waldgesellschaften beeinflussen und wie die Vegetation diese Eigenschaften widerspiegelt aber auch aktiv beeinflusst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen wichtige Boden- und Waldtypen Mitteleuropas im Landschaftskontext kennen. In einigen Exkursionen werden wir Ihnen in Zusammenarbeit mit dem Verein für Forstliche Standortskunde exemplarisch Standortseinheiten vorstellen.

In einem weiteren Abschnitt des Moduls werden wir einen Überblick darüber geben, wie das forstliche Management Waldböden beeinflusst. Dabei decken wir eine weite Bandbreite möglicher Einflussnahmen ab, die von der Baumartenwahl über die Regelung der Bestandesdichte bis hin zur Holzernte reicht. Auch hier wird Standort-spezifische Wirkung und Sensitivität berücksichtigt.

Qualifikations- und Lernziele

  • Ökologische Eigenschaften von Waldböden beschreiben und bewerten können
  • Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Böden und Waldgesellschaften
  • Typische Standortseinheiten kennen und deren Eigenschaften bewerten können
  • Bodengefährdung erkennen
  • Maßnahmen zu bodenfreundlicher Waldbewirtschaftung ableiten

Waldbau

Inhalte

In diesem Modul erlernen Studierende die ökologischen Grundlagen des Waldbaus und werden in den angewandten Waldbau eingeführt.
Neben ökologischen und ökophysiologischen Charakteristika wichtiger einheimischer und eingeführter Baumarten, werden Ökosystemstörungen und Sukzession behandelt. Die Grundlagen der Waldverjüngung und der weiteren Bestandesdynamik in gleichaltrigen und ungleichaltrigen Rein- und Mischbeständen werden diskutiert und auf Exkursionen in praktischer Weise vertieft. Für eine Reihe wichtiger Baumarten werden exemplarisch praxisübliche Bewirtschaftungsziele und entsprechende waldbauliche Maßnahmen zu deren Umsetzung aufgezeigt. Ein besonderer Schwerpunkt wird bei der Steuerung von Wäldern im Zuge der Verjüngung, Bestandespflege und Strukturierung sowie der Stabilisierung von Wäldern auf die grundlegenden ökologischen und physiologischen Zusammenhänge gelegt. Gleichzeitig werden die Auswirkungen von waldbaulichen Maßnahmen auf die anvisierten Produkte und Ökosystemdienstleitungen sowie die Wirtschaftlichkeit von waldbaulichen Maßnahmen diskutiert.


Zur Vertiefung der Vorlesungsinhalte finden in der Regel nachmittags Exkursionen inkl. Übungen in der näheren Umgebung Freiburgs statt. Unter Berücksichtigung der eigenständig zu organisierenden An- und Abreise ist eine Rückkehr nach Freiburg zumeist nicht vor 17 Uhr möglich.

Qualifikations- und Lernziele

  • Die Studierenden kennen die waldbaulichen Eigenschaften der wichtigsten Baumarten und die grundlegenden waldbauliche Konzepte und deren ökologische Grundlagen.
  • Die Studierenden sind durch die Schulung ihre Beobachtungsgabe, z. B. aus der Analyse von Baumarchitektur und Bestandesstruktur in der Lage, fundierte Rückschlüsse auf die Bestandesvergangenheit zu ziehen. Sie können Baumarten erkennen und ihre Standortstauglichkeit einschätzen.
  • Die Studierenden können mittels ausgewählter waldbaulichen Messungen eine Bestandessituation analysieren und beschreiben.
  • Die Studierenden können eine plausible, bestandesweise waldbauliche Planung für die wichtigsten einheimischen Baumarten durchführen.

3. Semester (Winter)

Statistik

Inhalte

  • Stichprobenstatistiken
  • Datenmanagement, Einführung in R
  • Visualisierung von Daten und statistischen Zusammenhängen
  • Verteilungen und maximum likelihood
  • Korrelation (parametrisch & nicht-parametrisch), Assoziationstest (X2-Test)
  • Regression und Generalised Linear Model (GLM)
  • Design of Experiments, survey designs
  • Varianzanalyse & schließende Statistik
  • Modellvereinfachung, Variablenselektion
  • Nichtparametrische Verfahren

Qualifikations- und Lernziele

Statistik: Am Ende des Moduls haben die Studenten erweiterte Grundkenntnisse in der Anwendung statistischer Verfahren um wissenschaftliche Arbeiten lesen und bewerten zu können, Kenntnisse in der Datenaufbereitung und -analyse, bei der Durchführung und Interpretation von statistischen Testverfahren.

Informatik: Grundlagen der Nutzung von interpretierter Programmierung (in R); Datenmanagement; einfache Programmierungskenntnisse (Schleifen, Konditionale Ausdrücke, vektorisierte Funktionen, Indizierung).

Einführung in die Umweltökonomie

Inhalte

Leitfrage: Wie können und sollten gesamtwirtschaftliche Systeme gestaltet sein, damit sie langfristig ökonomisch effizient, intra- und intergenerationell gerecht, sowie im Einklang mit den Gegebenheiten und eigenen Ansprüchen der Natur sind?
Dazu werden in diesem einführenden Modul folgende Inhalte behandelt:

  • Grundlegende Konzepte der Mikroökonomik (Knappheit, Effizienz, Haushalte, Firmen, Märkte) und ihre Anwendung auf Umwelt- und Ressourcennutzung
  • Wohlfahrtsanalyse von Märkten, Marktversagen und Marktregulierung bei Umwelt und natürlichen Ressourcen (Öffentliche Güter, Allmende-Ressourcen, Externe Effekte)
  • Ökonomische Bewertung von Umweltqualität und natürlichen Ressourcen

Qualifikations- und Lernziele

Die Studierenden können die Entstehung und Lösung von Umweltproblemen aus ökonomischer Perspektive interpretieren. Sie kennen grundlegende ökonomische Konzepte und Methoden zur Analyse und Lösung von Umweltproblemen und können diese mithilfe der fachlich einschlägigen Terminologie erklären. Sie können diese Konzepte und Methoden selbstständig auf einfache (typische und schematische) Probleme anwenden.

Inventuren und angewandte Geomatik

Inhalte

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Qualifikations- und Lernziele

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Grundlagen der Forsttechnischen Produktion und Holzverwertung

Inhalte

Das Modul legt die Grundlagen für die Module im integrierten Nebenfach "Forstbetriebliches Management".

  • Aufbau und Zusammensetzung von Holz und Rinde
  • Grundkenntnisse über das Wachstum von Holz, Holzmerkmale und die Bestimmung von Holzarten
  • Auswirkungen der Holzeigenschaften und Holzmerkmale auf die Eignung des Holzes für unterschiedliche Holzverwendungen
  • Schutz des stehenden, lagernden und verbauten Holzes vor Insekten- und Pilzbefall
  • Anforderungen der Betriebe der Holzwirtschaft an den Rohstoff Holz
  • Be- und Verarbeitung des Rohstoffs Holz zu Zwischen- und Endprodukten
  • Recycling von Holzprodukten
  • Energetische Verwertung von Holz
  • Strukturierung und Prozesse der Forsttechnischen Produktion vom stehenden Baum bis hin zur Verarbeitung des Holzes in Betrieben
  • Walderschließung als Voraussetzung für die Holzernte und für weitere Infrastrukturleistungen
  • Organisation der Waldarbeit inklusive Ergonomie, Arbeitssicherheit, Unfallrisiko und Rettungskette Forst
  • Forstliche Arbeitsgeräte und Maschinen
  • Darstellung, Beschreibung und Klassifizierung Forstlicher Holzernteverfahren
  • Holzernteverfahren in befahrbaren und nicht befahrbaren Lagen
  • Vermessung von Rohholz
  • Holzsortierung und Holzverkauf
  • Holztransport und Logistik

Qualifikations- und Lernziele

  • Die Studierenden kennen den Aufbau und die Zusammensetzung von Holz und Rinde, sie können das Wachstum von Holz erklären und sind in der Lage, in Deutschland vorkommenden Hauptholzarten zu bestimmen.
  • Sie kennen den Zusammenhang zwischen Holzaufbau bzw. -zusammensetzung und wichtigen Holzeigenschaften wie mechanische Eigenschaften und Dauerhaftigkeit.
  • Sie kennen wichtige qualitätsbestimmende Holzmerkmale und können erklären, wie diese entstehen und gegebenenfalls beeinflusst werden können.
  • Sie haben Grundkenntnisse in der Dimensions- und Qualitätssortierung von Rundholz und kennen die relevanten Sortierkriterien sowie die potenziellen Verwendungsmöglichkeiten in der weiterverarbeitenden Industrie.
  • Sie haben Grundkenntnisse der gängigen Be- und Verarbeitungsmethoden des Holzes in der Holzwirtschaft und können die daraus entstehenden Produkte beschreiben.
  • Sie können die energetischen Verwertungswege von Holz beschreiben.
  • Sie kennen die wichtigsten holzverfärbenden und -zerstörenden Pilze sowie die Grundlagen des Schutzes von stehendem, lagerndem und verbautem Holz.
  • Sie haben ein Grundverständnis der Walderschließung, der Holzernteplanung und -technik sowie der Logistik in der Forstwirtschaft.
  • Sie kennen die in der Forstwirtschaft üblichen Geräte und Maschinen
  • Sie kennen Risiken und Grundlagen der Ergonomie, Arbeitswissenschaft, Unfallschutz und die Rettungskette Forst
  • Sie können unterschiedliche Erschließungs-, Holzernte- und Transportsysteme grob hinsichtlich Effizienz, Leistung und Restriktionen bewerten.

4. Semester (Sommer)

Umwelt- und Planungsrecht

Inhalte

  • Einführung in das öffentliche Recht, das allgemeine und besondere Verwaltungsrecht
    Grundlagen des Umwelt- und Planungsrechts
  • Einführung in die Methoden rechtswissenschaftlicher Fallbearbeitung und Analyse
    Umweltrecht im Mehrebenensystem (internationales und europäisches Umweltrecht)
  • Einführung in einzelne Rechtsbereiche des Umweltrechts (Klimaschutzrecht, Naturschutzrecht, Wasserrecht, Forstrecht, Immissionsschutzrecht, Kreislaufwirtschaftsrecht, etc.)
  • Einführung in einzelne Rechtsbereiche des Planungsrecht (Bau- und Fachplanungsrecht)
    Beispiele aus Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung
  • Möglichkeit der Vertiefung in den einzelnen Teilbereichen des Umwelt- und Planungsrechts (Umwelt- und Forstrecht)

Qualifikations- und Lernziele

Die Studierenden kennen zentrale Grundlagen des öffentlichen Rechts, insbesondere des Umwelt- und Planungsrechts. Sie sind mit den Grundzügen der Methoden rechtswissenschaftlicher Fallbearbeitung und Analyse vertraut. Sie kennen beispielhaft konkrete Rechtstexte aus der Legislative, Exekutive und Judikative. Die Studierenden können einfache umwelt- und planungsrechtliche Fragestellungen einordnen und in Ansätzen selbständig bearbeiten.

Forstgeschichte und Forstpolitik

Inhalte

  • Wirtschaftsgeschichte (Schwerpunkt Umweltressourcen)
  • Entstehung der heutigen Forstgesetze
  • Genese der heutigen Waldbesitzformen
  • Gesellschaftliche Aspekte Forstwissenschaft und Forstwirtschaft
  • Naturschutzgeschichte, geschichtliche Entwicklung „forstlicher Fremd- und Eigenwahrnehmung"
  • Entwicklung des forstlichen Nachhaltigkeitsprinzips
  • Denkmalschutz im Wald
  • Waldeigentum, forstliche Betreuung
  • Konflikte der Forstpolitik
  • Instrumente der Forstpolitik

Qualifikations- und Lernziele

  • Erwerb von Grundlagenwissen in Wald und Umwelt bezogener Wirtschafts- und Sozialgeschichte
  • Einordnen der Wirkungsweisen forstgesetzlicher Bestimmungen
  • Nachvollziehen können der historischen Genese der derzeitigen Waldbesitzverteilung und der forstpolitischen Konfliktfelder
  • Beurteilen und Bewerten der heutigen Umweltwahrnehmung und Nachhaltigkeitsvorstellungen anhand tradierter historischer Entwicklungslinien innerhalb der Nachhaltigkeitsgeschichte
  • Sensibilisierung für kulturgeschichtliche Aspekte in der Forstwirtschaft
  • Die Studierenden kennen die verschiedenen Typologien von Waldeigentümer und können entsprechende Interessen zuordnen
  • Die Studierenden haben ein Überblick über Hauptkonflikte in der Waldpolitik und können die verschiedenen Interessen zuordnen
  • Die Studierenden können die verschiedenen waldpolitischen Instrumente einordnen und ihre Wirkungsweise erklären
  • Studierende kennen die Grundinstrumente der Öffentlichkeitsarbeit können einfache Maßnahmen ableiten

Waldschutz

Inhalte

Die wichtigsten Ordnungen und Familien von Forstinsekten werden anhand ihrer Lebensformen vorgestellt. Grundlagen zu Populationsdynamiken von Insekten und deren Wechselbeziehungen mit ihrer Umwelt, mit Pflanzen, Mikroorganismen und Antagonisten werden vorgestellt. Ebenfalls werden die wichtigsten mikrobiellen Schaderreger (Pilze und Bakterien) und deren Lebensformen vorgestellt.

Entlang von Fallbeschreibungen und -analysen ausgewählter, relevanter Forstinsekten wird exemplarisch die Lebensweise von phyllophagen, rhizophagen und xylobionten Insekten präsentiert und mit diesen Grundlagen werden Managementkonzepte für Schadpopulationen entwickelt. Weiterhin werden die Prinzipien des Integrierten Pflanzenschutzes mit Hilfe dieser Fälle erklärt und unter Einbeziehung des biologischen und chemischen Pflanzenschutzes vertieft, sowie populationsdynamische Faktoren und Prozesse erklärt. Ebenfalls mittels Fallstudien werden wichtige pilzliche Schaderreger vorgestellt und Optionen für deren Management dargestellt. Auch dem Thema eingeschleppter Schädlinge (invasive Neozooen, Neomykosen etc.) wird besondere Bedeutung beigemessen, sowohl historisch (z.B. Ulmensterben), aktuell (z.B. Eschentriebsterben) als auch hinsichtlich künftig erkennbarer neuer Gefahren (z.B. Asiatischer Laubholzbock, Ceratocystis-Eichenwelke, Kiefernwelkenematode), einschließlich nötiger Quarantänemaßnahmen.

Im Verlaufe des Moduls werden wiederholt Bezüge zu anderen Inhalten der forstlichen Ausbildung hergestellt und so die zentrale Bedeutung des Waldschutzes im forstbetrieblichen Management verdeutlicht.

Qualifikations- und Lernziele

Die Studierenden entwickeln ein anwendungssicheres Verständnis der komplexen Zusammenhänge von ökologischen Grundprinzipien, der Lebensweise von Bäumen, Beständen, potenziell schädlichen Insekten- und Pilzpopulationen, den betrieblichen Abläufen und Entscheidungs- und Bewertungsprozessen, sowie technischen, legislativen und gesellschaftswissenschaftlichen Grundkenntnissen. Hierzu integrieren sie Wissen aus anderen Modulen des Curriculums.

Entomologie: Grundlegende forstentomologische Kenntnisse, Erkennen der forstentomologisch relevanten Arten und Kenntnis ihrer Biologie, Insekten als Schaderreger und Gegenspieler, Verständnis von Störungen in Wäldern verursacht durch Insekten, Verfahren zur Schädlingsbekämpfung, Diskussion praktischer Fallstudien.

Pathologie: Grundlegende pathologische Kenntnisse, Erkennen von forstpathologisch relevanten Arten (insbesondere Pilze), Analyse von Interaktionen mit abiotischen Stressfaktoren (Trockenheit, Nährstoffmangel, Klimaextreme etc.), Vorstellungen zur Selektion und Züchtung für Resistenzen, Verständnis der Bedeutung von Schaderregern für Stadtbäume und Entwicklung von Vorsorgemaßnahmen.

Jeweils: Erkennen, Interpretieren, Klassifizieren, Schlussfolgern, Bewerten, Handlungen ableiten.

Forstgenetik und Züchtungen

Inhalte

Der Kurs vermittelt die Grundlagen zu folgenden Themen:

  • Grundlagen der klassischen und molekularen Genetik
  • Populationsgenetik
  • Anwendung von genetischen Markern und genomischen Untersuchungen in der Forstgenetik
  • Entstehung von räumlich-genetischer Strukturen in Waldbaumpopulationen
  • Verständnis von Selektion, Genfluss und deren Wechselwirkung in Waldbaumpopulationen
  • Anpassung und Akklimatisation von Waldbaumpopulationen an ihre Umwelt und mit Hinblick auf den Klimawandel
  • Schutz und Nutzung forstgenetischer Ressourcen
  • Pflanzenzüchtung im Wald
  • Genetische Identifikation und Zertifizierung

Begleitend zur Vorlesung werden im Seminar Schwerpunktthemen anhand von aktueller Literatur in Gruppen vorbereitet und im Plenum diskutiert und die Grundlagen forstgenetischer Arbeitsmethoden vermittelt.

Qualifikations- und Lernziele

Mit Abschluss des Kurses können die Studierenden die Rolle von Genetik und Epigenetik im Kontext der evolutionären Ökologie von Wäldern verstehen und kontrovers diskutieren. Es wird ein Überblick über den aktuellen Stand der forstgenetischen Forschung vermitteln und die Studierenden können die Ergebnisse der Studien verstehen und in den Kontext von Waldschutz und -nutzung einordnen.